Ein Freibad und Sportwagen haben eines gemeinsam: Für eine relativ kurze Einsatzzeit ist ein verhältnismäßig großer Aufwand erforderlich, Leistung wird im Überfluss vorgehalten. Beide bieten dem Badegast und Fahrer viel Spaß – dem Besitzer bleiben, neben den anerkennenden Blicken, die Kosten. Laufen diese aus dem Ruder, stellt sich die Frage: Lohnt es sich?

Damit sind die Gemeinsamkeiten erschöpft, denn im Gegensatz zum Sportwagen schließen sich beim Freibad Spaß und eine auf Sparsamkeit optimierte Betriebsweise nicht aus. Normkonform und kostenoptimierter Betrieb von Freibädern: Geht das? Es geht!

Alle reden vom Wetter. Die Beckenwasseraufbereitung im Freibad nicht – sie arbeitet immer Volllast

„Der primäre Ansatz der DIN19643-Reihe zur Auslegung der Aufbereitungsleistung ist der Platzbedarf je Badegast“, weiß Simon Schnitzler, Projekt-Ingenieur bei team AquaTec in Ebern und ehemaliges Mitglied im Ausschuss DIN19643. „Das räumlich ‚volle‘ Becken stellt die Spitzenbelastung dar. Die Aufbereitungsanlage wird anhand der Spitzenbelastung und damit getreu zum Grundsatz ‚besser haben als brauchen‘ ausgelegt.“

Freibäder sind Sommerbäder: Länger anhaltende Schönwetterperioden sind ein Garant für Spitzenbelastungen. Regnet es allerdings zwei Wochen und die Temperaturen gehen in den Keller, ziehen meist nur noch die Eisernen ihre Bahnen.

Wie die tatsächliche Belastung erkennen?

Kernbaustein ist eine hochleistungsfähige Mess- und Regelanlage, wie der DEPOLOX® Pool E 700 P von Evoqua Water Technologies (Wallace & Tiernan). Sie ermittelt die anliegende Beckenbelastung durch Auswertung der Hygiene-Hilfsparameter und gibt DIN-konform den Teillastbetrieb frei. „Die Anpassung der Umwälzleistung an den Bedarf erfolgt über Frequenzumrichter an den Umwälzpumpen“, erklärt Erik Groß, Geschäftsführer von team AquaTec. „Das ist nicht neu, bietet aber nachweislich großes Einsparungspotential, das in vielen Bädern noch nicht genutzt wird.“

 

Trotz 30% mehr Besuchern in 2015 gegenüber 2014 wurden dank eines hochleistungsfähigen Poolmanagement Systems erhebliche Einsparungen bei Energie und Chemikalien erzielt. Die Investition in eine neue Technik hat sich nach einem knappen Jahr bereits gelohnt.

 

Teillastbetrieb – was muss und kann die Mess- und Regeltechnik leisten

Der Teillastbetrieb verändert die Anforderungen an die Regelung (Regelstrecke). Ein zweiter, auf den Teillastbetrieb optimierter Regelparameter-Satz ist zwingend erforderlich, um Regelungsprobleme zu vermeiden. „Idealerweise wird auch die Flockungsmittel-Dosierung von der Mess- und Regelanlage gesteuert und so an die geringere Umwälzung angepasst“, sagt Schnitzler. Mit Erfolg: Geld wird gespart und Überdosierung von Flockungsmittel verhindert. Hochwertige Mess- und Regelanlagen bieten diese Funktionen.

CEDOX – der Tempomat für das Freibad

Redox ist die Soll-Geschwindigkeit und damit der Tempomat, der Chlorwert ist das Gaspedal: Bei der Standard Chlorsollwert-Regelung „ergibt“ sich der Redox-Wert, er wird nur gemessen und visualisiert. Der Informationsgehalt der Redox-Spannung bleibt ungenutzt. Ob die Redox-Spannung nach dem 6. Besucherrekord in Folge am Abend bei müden 760 mV liegt oder am 8. Regentag neue Spitzenwerte jenseits der 850 mV erklimmt– die Chlorfestwert-Regelung fährt unbeirrt den fixen Sollwert.

Dabei stellt die Redox-Spannung in Verbindung mit vorhandener Chlorkonzentration den Indikator für die von der DIN geforderte Keimtötungsgeschwindigkeit dar. Warum also nicht dem Redox-Wert die Führung überlassen? Einfach den Tempomat Redox starten und diesen den Chlorsollwert innerhalb seiner Normgrenzen an den erkannten Bedarf anpassen lassen.

 

 

Wie funktioniert die CEDOX-Regelung mit belastungsabhängiger Chlorsollwert Vorgabe?

Fällt der Redox-Wert aufgrund einer Belastungsspitze, wird der Chlorsollwert angehoben und angeregelt. Steigt er jedoch bei geringer Belastung, wird der Chlorsollwert automatisch abgesenkt und damit auch weniger Chlor dosiert.

Bei dieser Regelungsvariante erfolgt die Chlordosierung bedarfsgerecht und spart neben Chlor auch pH-Korrekturmittel ein.

Optimierungspotenzial erkennen – Einsparungen realisieren

„Es ist nicht unsere Philosophie, ein Produkt einfach nur zu verkaufen. Wir möchten, dass unsere Kunden das Potential einer highend Mess- und Regeltechnik ausschöpfen und entsprechende Einsparungen erzielen. Dafür sorgen wir mit unseren Spezialisten vom team AquaTec“, sagt Erik Groß. „Amortisationszeiten von deutlich weniger als zwei Jahren sind keine Seltenheit.“

 

Simon Schnitzer (rechts), Projektingenieur bei team AquaTec, und seine Kollegen wissen um die vielen Vorteile einer innovativen Mess- und Regelanlage wie der DEPOLOX® Pool E 700 P.  Foto: Philipp Röger/Agentur BAUR